Wetter: Ein paar Wolken, Sonne und schon wieder der kalte Südwind, der
sehr kräftig weht und durch alle Kleidungsschichten dringt (20 C).
Heute schon um 8:30 Uhr zu unserer Tagestour nach Lüderitz
aufgebrochen. Wir sind also nach Westen, Richtung Atlantikküste,
gefahren. So ca. 40km vor unserem Ziel hat der stürmische Wind den
Sand über die (fast) schnurgerade Fahrbahn geweht, so dass man den
Teerbelag kaum noch sehen konnte. Stellenweise gab es richtige
Sandverwehungen, wie bei uns im Winter mit dem Schnee. Sagenhaft!
Ca. 10km vor Lüderitz geht es links ins Diamanten-Sperrgebiet nach
Kolmanskuppe (Kolmanskop), einer Geisterstadt, die man besichtigen kann.
Man darf sich nur in einem abgegrenzten und überwachtem Terrain
bewegen, damit man aus Versehen ja keine Diamanten findet und
mitnehmen kann.
Aber die alte Stadt ist schon faszinierend. Hier lebten die
Minenarbeiter mit ihren Familien und hatten alles, was das Herz
begehrte: Bäckerei, Metzgerei, Spital, Turnhalle mit Festsaal für die
Vereine, Kegelbahn sowie eine Kühlanlage, in der man Eis produzierte
für die Haushalte zum Kühlen der Vorräte. Kolmanskuppe war als
permanente Siedlung gedacht und hatte zu seiner Blütezeit Ende der
1920er Jahre ca. 300 Einwohner, größtenteils Deutsche. Der
Minenverwalter und der Buchhalter hatten zweistöckige, geräumige
Häuser, die aber jetzt zur Hälfte mit Sand zugeweht sind. Als die
Minenarbeiter weiter südlich mit der Errichtung einer neuen Mine
fertig waren, verliessen die Einwohner ihre Häuser und liessen zum
Teil das gesamte Mobiliar zurück. Die letzten Bewohner gingen 1956.
Die Wüste holte sich so nach und nach ihr Terrain zurück.
Wir machten eine Führung mit und konnten danach noch alleine
herumwandern und fotografieren.
Dann ging es an die Küste nach Lüderitz, wo am Sonntag die
Bürgersteige hochgeklappt sind.
Wir fanden gerade ein Hotel, das offen hatte und in dem wir Kaffee und
einen Happen zum Essen bekamen.
Auch fanden wir einen offenen Supermarkt, in dem wir unsere
Wasservorräte wieder auffüllen konnten. Wir waren dort, neben zwei
weiteren Personen, die einzigen Weissen und wurden ausgiebig
beäugt. ;-)
Anschließend haben wir in der Stadt noch etwas gefilmt und sind an den
Hafen, die Aussicht auf Stadt und Meer geniessen.
Lüderitz war damals der Ausgangspunkt zur Besiedelung der ehemaligen
deutschen Kolonie.
Der Wind hatte mittlerweile Sturmstärke und wehte uns in Lüderitz
fast um.
Nachdem Jürgen und ich Sonnencreme im Gesicht verteilt hatten und wir
in der Geisterstadt durch den Wind sandgestrahlt worden sind, waren
wir danach regelrecht paniert.
Auf dem Rückweg zur Lodge mussten wir wieder durch Sandverwehungen und
hatten so heftigen Seitenwind, dass Peter mitten auf der Strasse
fahren musste, damit wir nicht im Graben landeten. Der Heimweg kam uns
irgendwie länger vor.
In der Lodge befreiten wir uns erst mal von der "Panade" durch eine
schöne Dusche. Danach erholten wir uns und speisten sehr gut zu Abend.
Anschließend machten wir die Bar ein klein wenig unsicher mit Kaffee,
Whiskey und Amarula, bevor wir gegen 22:30 Uhr zurück zu den Bungalows
marschierten.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen